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Revitalisierung ehemaliger Brauereigasthof Sonne, Heimenkirch

Die kontextuelle und historische Auseinandersetzung führt zu dem einfachen und kraftvollen Entwurf der die Solitärwirkung, eingebettet in die heterogene Umgebung, evoziert.Ein ortsbildendes Element der Straßendörfer ist die Remise im hinteren Bereich der repräsentativen Straßenbauten. Dieses Motiv als Ideengeber führt zu einer interpretativen hölzernen Wohnremise im rückwärtigen Grundstücksbereich. Diese geht einen respektvollen, aber nicht ängstlichen Dialog mit dem Hauptbau ein. Durch die klare Hierarchisierung entstehen ungeahnte Potenziale für den Bauherren, die Bewohner und das städtische Gefüge.Der Charakter einer klaren gewachsenen Struktur welche eine wirtschaftliche und simple Ausführung zulässt, nimmt die Körnung der angrenzenden Bebauung auf und ordnet sich auf volumetrischer Ebene klar dem Kirchenbau unter.

Der ehemalige Brauereigasthof Sonne prägt die neue Ortsmitte von Markt Heimenkirch, durch seine exponierte Lage direkt neben dem höchsten Punkt des Ortes, dem Kirchturm.Seine durch die Jahre und unterschiedliche Nutzungen geprägte Kubatur soll im alten Glanz erstrahlen und die kulturelle und tradierte Baukultur des Ortes stärken.Die Transformation zu seiner ursprünglichen Silhouette, stellt eine der Leitideen des Entwurfes dar.Möglichst nahe am Ursprung und doch nicht historisierend, soll eine subtile und behutsame Haltung im Umgang formuliert werden.Die archaische Form des Satteldachs in Kombination mit einem Aufschiebling, bildet den umfangreichsten Eingriff zur Reaktivierung der markanten Urform.

Der sensiblen Rekonstruktion soll auch im Detail Rechnung getragen werden. Alle Materialien sind technisch und farblich aufeinander abgestimmt. Der Altbau wird mit differenzierten Putzoberflächen ausgebildet. Sockel und Faschen haben eine sehr feine Textur während die Fläche mit einem sehr groben Lehmputz eine lebendige Struktur erhält. Die verschiedenen Putzoberflächen im Altbau gehen einen Dialog mit der architektonischen Ausformulierung der rückwärtigen Holz-Remise ein. Um so ein Spannungsfeld und eine Zugehörigkeit aufzubauen. Während das Raster der Fenster im Altbau eher strengerer Natur ist wird zur Hofseite eine lockerere verspieltere Architektur angeboten, welche kontrastierend den Hauptbaukörper stärkt.In den Bestand wird an der Hinterseite in selber architektonischer Manier eine Schublade aus Holz eingeschoben die ein buntes gemeinschaftliches Leben ermöglicht.Präzise eingefügte Holzfenster, nehmen die Maßstäblichkeit und Proportionen der angrenzenden Bausubstanz auf. Die kleinteiligen Bodenbeläge im Außenbereich, sollen zudem die Wohnqualität steigern. Die Vorsehung kompakter optimal ausgerichteter Gebäude, zur aktiven und passiven Sonnenenergienutzung, ergänzt durch eine effiziente Wärmeversorgung und ermöglicht ein Höchstmaß an Wärmeverlustsenkung und Wärmegewinnung. Eine CO2 neutrale Herstellung, Errichtung, Betrieb und Verwendung von ressourcenschonenden Baumaterialien, sowie eine Reduktion des Primärenergiebedarfs durch Niedrigenergiebauweise, versprechen nachhaltiges Bauen. Die Versorgung mit Fernwärme komplettiert die Energieversorgung.

Entwurf in Kollaboration mit Alhäuser Architekten

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