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Wiedererrichtung der Schinkelschen Bauakademie, Berlin

Schinkel stand und soll auch heute noch für Aufbruch stehen! Ausgangspunkt unserer Überlegungen bildet die radikale Rekonstruktion, die weder konservieren will, noch gänzlich überschreibt, sondern eher einem Metakontextualismus folgt, der die schinkelsche Bauakademie in ein neues Gewand hüllt, den vergangenen Glanz erblühen lässt und gleichzeitig heutigen Anforderungen gerecht wird. Der Mut einen neuen Weg zu gehen, soll dabei eine Reduktion und Interpretation des unwiederbringlichen Originals darstellen, welches wie eine Illumination oder eine Lichtgestalt, an Vergangenes erinnert und als eine neue steingewordene Erinnerung begriffen werden kann.
Der Mensch soll im Mittelpunkt des Konzeptes stehen und ein buntes Angebot aus einer synergetischen und sinnvollen Nutzungsoffenheit vorfinden, ohne dabei zu einem „Gemischtwarenladen“ zu degradieren.
Der unprätentiöse Duktus der Bauakademie, welcher seinerzeit durch die Verwendung moderner Materialien und der Rasterung, den Geist der Vorwärtsgewandtheit und Modernität zum Ausdruck brachte, soll in unserer Transkription bewusst aufgegriffen werden und deren Simplizität nach heutigem Massstab, als strahlendes Monument erhöhen.
Schinkels avantgardistische Prolog zur Moderne, soll durch die Verwendung von bereits bestehendem Material, in unser zeitgenössisches Verständnisses einer gebauten Nachhaltigkeit projiziert werden. Dadurch entfacht ein Paradigmenwechsel dahingehend gebrauchtes neu zu kontextualisieren.

Nach Erik Forssman heben sich die vier Fassaden in der ursprüngliche Schinkelschen Fassung gegenseitig auf. Dieses Prinzip der Aufhebung oder im Umkehrschluss auch der Unendlichkeit findet im Entwurfsansatz eine ihm inhärente Korrespondenz, als oppositionelles Narrativ. Dadurch wird die Flexibilität des Rasters unermesslich gesteigert und adäquat zelebriert. Auch aus funktionaler Sicht transformiert dies, die zeitlose Nutzbarkeit, in einem wachsenden Kontinuum, des Wandels der Anforderungen, unserer Zeit.

Das Foyer ist als multifunktionaler Begegnungsraum konzipiert, welcher durch mannigfaltige Rekombinationsmöglichkeiten, ein sehr vielfältig nutzbarer Raum ist, der durch die Reduktion der Fensterteilungen zum offenen und einladenden Souterrain wird. Die Barrierefreiheit wird in den nach allen 4 Seiten der Akademie ausgerichteten Eingangshallen über einen Plattform Lift gelöst, ohne dabei die ursprüngliche Fassadenteilung und Geschossigkeit zu konterkarieren.
Der empfangende Teil des Foyers hin zum Schinkelplatz lässt den Blick hoch zum Saal ins Herzen der Akademie schweifen, welcher von jeder Stelle des Gebäudes ersichtlich und spürbar ist.

Der Saal bildet das Herzstück des Baus. Durch seine verbindende Ausformulierung und Lage innerhalb des Gebäudes, werden alle Teile vereint und zu einer großen Gemeinschaft verbunden, an der nach Belieben partizipiert werden kann. Er bringt Licht ins Innere und ermöglicht durch die Öffnung nach oben zu den anderen zurückgestaffelten Ebenen die Erweiterung in den Außenraum.

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